Bei Google gefunden werden

Suchmaschinenoptimierung ist ein sehr weites Feld und Fachartikel sind schnell zu detailliert. Hier wollen wir bewusst mit einfachen SEO-Tipps gegensteuern. Neben dem folgenden Artikel über die Voraussetzungen für eine erfolgreiche SEO, findest Du hier einen Beitrag, der die Wirkungsweise von SEO auf den Punkt bringt.

Um bei Google gefunden zu werden, gibt es ein paar Handgriffe, die noch gar nichts mit der SEO-Praxis zu tun haben. Aber eben die Grundlage schaffen.

Aus diesem Grund stelle ich hier grundsätzliche Voraussetzungen und Basis-Tipps für eine erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung heraus, die Du selbst machen kannst.

Denn die tatsächliche SEO-Umsetzung gehört für unser Verständnis in Spezialisten-Hand und ist keine Unternehmer-Aufgabe. Als Unternehmerin und Unternehmer solltest Du verstehen, welche Maßnahmen gemacht werden und warum. Auch eine regelmäßige Kontrolle der Marketing-Kennzahlen ist sehr wichtig.

Hier schreibt:

Lisa Sirch
Lisa SirchMarketingberaterin
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1. Wann macht es Sinn, über Optimierungen nachzudenken?

Eine bestehende Unternehmenswebseite zu optimieren lohnt sich immer dann, wenn es bisher keine Anfragen von unbekannten (!) Interessenten über die Webseite gab. Keine Anfragen deuten darauf hin, dass die Internetpräsenz bei Google noch nicht gut genug gefunden wird.

Wenn eine Webseite als unterstützender Kanal zum Business-Networking, zu Messen oder zum Empfehlungsmarketing funktioniert, ist das schon ein guter Anfang. Bekannte Kontakte fragen an, und fühlen sich von der Webseite angesprochen und nicht abgeschreckt.

Doch das Potenzial einer Internetpräsenz wird so nicht ausgeschöpft. Das Ziel ist es eben in den meisten Fällen, komplett unbekannte Personen auf sich aufmerksam zu machen.

2. Welche Webseite eignet sich?

Um Suchmaschinenoptimierung anzugehen, sollte die Webseite anpassbar sein. Die Zugänge müssen also im Unternehmen (nicht nur bei einem externen Programmierer oder Webdesigner) vorhanden sein.

Die Webseite muss bereits aktuellen Standards entsprechen, also im Responsive Design gut mobil bedienbar sein. Was weiterhin wichtig für eine stabile Webseite ist, erfährst Du im Artikel „Moderne Webseiten“.

Bei der Suchmaschinenoptimierung für Dienstleister ist zudem eine WordPress Webseite ideal. Denn WordPress bietet alle wichtigen SEO-Voraussetzungen und ist weltweiter Marktführer für Webseitentechnik. SEO ist selbstverständlich auch ohne eine WordPress Webseite möglich, doch die Realisierung dauert immer länger und ist oft auch teurer, wenn aufwendige Anpassungen benötigt werden.

3. Kostenlose Google Dienste nutzen

Es gibt eine Reihe von nützlichen Google Diensten, die kostenlos sind, wie die Search Console, Analytics oder My Business.

Anzeigen schalten zu lassen über Google Ads ist dagegen natürlich kostenpflichtig.

Alle Dienste werden von einem Google Konto gesteuert. Dieses Google Konto sollte unbedingt Dir gehören. Einzelne Dienste, wie Analytics werden einer Agentur nur freigegeben, damit sie mit draufschauen kann. So hast Du selbst volle Kontrolle.

3.1 Google Search Console nutzen und auswerten

Um den Status Quo zu kennen und um einschätzen zu können, wie gut die Webseite derzeit bei Google gefunden wird, ist die Einrichtung der Google Search Console hilfreich. Der Einrichtungsprozess dauert erfahrungsgemäß um die 10 Minuten.

Dieses kostenlose Werkzeug hilft auch sehr im Verständnis, wie Google die Startseite oder einzelne Unterseiten beurteilt und mit welcher Intension suchende Personen auf die Webseite gestoßen sind.

Die Daten sammeln sich immer erst zukünftig an, Du solltest nach der Einrichtung also erst einige Tage abwarten, bevor Du näher nachschaust und Rückschlüsse triffst.

Der Menüpunkt „Leistung“ zeigt Dir dann die aktuellen Suchanfragen.

Interessant für langjährige Unternehmer ist dabei auch immer die Markenbekanntheit, also wie oft der Firmenname bei Google anzeigt wird. Damit sieht man, ob sich bisherige Marketingaktivitäten überhaupt schon online auswirken.

Derzeit werden 16 Monate an Leistungsdaten gesammelt. Ältere Daten sind nicht mehr verfügbar, daher ist es sinnvoll sich die Suchanfragen- und Landingpage-Kennzahlen auch in Excel zu exportieren.

3.2 Google My Business Account einrichten

Ebenfalls kostenlos und über das unternehmensinterne Google Konto pflegbar ist ein Google My Business Account. Du solltest für den Eintrag zwar einen Firmensitz angeben, aber Deine Firma muss nicht zwingend ein lokales Geschäft mit Ladenöffnungszeiten sein.

Gerade für Dienstleister eignet sich das Profil, um auf die Leistungen, Veranstaltungen und aktuelle Kunden-Bewertungen hinzuweisen. Auch kann die Webseite verlinkt werden. Ein sympathisches Inhaber- oder Teamfoto schafft Nähe zum potenziellen Kunden.

Wird die Webseite derzeit nur sehr schlecht gefunden, so ist das Google My Business Profil eine gute Option, um überhaupt in der Suchmaschine sichtbar zu sein.

Für die Pflege des Profils solltest Du Dir etwa 1 bis 2 Stunden Zeit einplanen oder besser gleich an einen Experten abgeben.

4. Schutz vor unseriösen SEO-Firmen

Folgendes Wissen schützt Dich vor falschen Einschätzungen und Fehlentscheidungen bei der Suchmaschinenoptimierung.

Was immer wieder vorkommt: Ein Google Partner ruft bei Firmeninhabern an, um mitzuteilen, wie verbesserungswürdig doch die Webseite wäre. Und dass man für den monatlichen Betrag X eine Optimierung vornehmen kann.

Google Partner bedeutet in diesem Fall nur: Diese jeweilige Agentur hat eine Google Ads Zertifizierung, also sie kann kostenpflichtige Google-Anzeigen schalten und verwalten, eine SEO-Zertifizierung gibt es nicht. Der Google-Ads-Partner-Status und das Siegel hat seine Berechtigung, mehr dazu auch hier: https://support.google.com/google-ads/answer/9028815?hl=de

Allerdings: Mit SEO, also der organischen Suchmaschinenoptimierung hat das so gar nichts zu tun. Der Anrufer ist auch kein direkter Mitarbeiter oder enger Kooperationspartner von Google, was aber manche Agenturen durch ihre Vorstellung am Telefon suggerieren.

Google ist ein riesiger Konzern und setzt viel auf Automatisierung und digitalisierte Prozesse. Bei vielen Aufgaben ist kein Mensch beteiligt, sondern die Plattform und der Algorithmus arbeiten ganz selbstständig. Mit diesem Hintergrund wird klar: Kein Google Mitarbeiter telefoniert Firmen mit schlechten Webseiten hinterher. Die ganze Sache ist eine beliebte Kaltakquise-Methode von Agenturen. Google ruft maximal an, wenn Du ein umsatzstarkes Google Ads Konto hast (das sind die bezahlten Anzeigen), aber auch das ist sehr unwahrscheinlich.

Wenn Du (vor allem auch ungefragt) ein Angebot oder einen Brief mit einer Webseiten-Analyse bekommst, prüfe, ob es im Moment Deinen Marketingbedarf genau trifft. Verstehst Du, was genau gemacht werden soll? Wenn Nein, dann lass die Finger davon. Seriöse Firmen beziehen Dich transparent in den Optimierungsprozess ein.

Eine Anmeldung in Suchmaschinen ist jedenfalls immer unseriös. Eine Anmeldung in Suchmaschinen passiert automatisch und kann bei neuen Webseiten kostenlos über die Search Console beschleunigt werden.

Kostenpflichtige Einträge in Webverzeichnisse und Branchenbücher solltest Du Dir ebenfalls sparen, da diese Dienste wenig von realen Menschen genutzt werden und Dir somit keinerlei Mehrwert bieten.

5. Was ist, wenn Agenturen sagen „Wir machen auch SEO“?

Es gibt kein „wir machen auch SEO“. Entweder ist SEO das Kerngeschäft oder eben nicht. Agenturen, Webdesigner, Texter und Programmierer sagen gerne im Verkaufsgespräch, wir machen auch SEO, weil das schon zum guten Ton gehört.

In einer Zeit, wo es Spezialagenturen für jedes Online Marketing Unterthema gibt, kann das „wir machen auch“ einfach nicht funktionieren. Jeder Wettbewerber, der vom SEO-Spezialisten beraten wird, wird bei Google wesentlich besser gefunden.

6. SEO ändert sich nicht ständig

Ein immer wiederkehrender Mythos ist die Aussage „SEO ändert sich ständig“.

Was stimmt ist: Der Google Algorithmus ändert sich oft und wird verbessert, um dem Besucher ein besseres Nutzererlebnis zu bieten. Google testet dabei viel in der Darstellungsweise der Suchergebnisse, sodass die Ergebnisse von Zeit zu Zeit in anderem Schrift-Design, mit Vorschaubild oder ohne, mit mehr oder weniger Wörtern etc. angezeigt werden. Das erweckt den Anschein, dass ständig etwas Neues gefordert ist.

Bewährte Strategien in der Suchmaschinenoptimierung ändern sich deshalb aber noch lang nicht. Google bewertet hochwertige Inhalte, die nützlich für Menschen sind, als sehr positiv. Und an diesem grundsätzlichen Konzept ändert sich nichts.

Arbeitet Deine Firma bereits sehr kundenorientiert, so hast Du gute Karten, das auch in Deiner Online Kommunikation und im Webseitenaufbau zu nutzen. Sei also nicht besorgt, dass laufende Optimierungen immense Kosten verursachen oder umgesetzte Maßnahmen schnell veralten.

Eine Anfangsinvestition, vor allem in die Strategiearbeit und damit in einen stimmigen Webseitenkonzeption, benötigt es schon. Steht die optimierte Webseite online, so sind eher die monatlichen Erfolgsmessungen und kleine Anpassungen, also das Dranbleiben und Ausbauen, erfolgsentscheidend.

7. Die Webseite muss nicht ständig aktualisiert werden

„Eine Webseite muss ständig aktualisiert werden!“, das ist ein beliebtes Argument von Agenturen und Textern, um Unwissenden regelmäßig Aufträge zu entlocken.

Das Gegenteil ist die Wahrheit. Relevante Inhalte einmal veröffentlichen und dann gegebenenfalls nachbessern, wenn die Anfragequote nicht stimmt. Google liebt Klasse statt Masse.

8. Bestehende Inhalte veröffentlichen

Zuletzt hier noch ein Tipp, wie Du an Inhalte für Deine Webseite kommst, ohne das Rad neu erfinden zu müssen: Was vor einer Webseitenoptimierung immer sinnvoll ist, ist eine Art Bestandsaufnahme.

Was gibt es bereits an Inhalten, die die Expertise Deiner Firma gut darstellen?

Das können beispielsweise sein:

  • Präsentationen und Vortragsinhalte
  • Broschüren und Flyer
  • Presseartikel
  • Referenzen und Fallstudien
  • Immer wiederkehrende Kundenfragen

Was davon geht inhaltlich nicht zu tief und kann daher Interesse für Dein Thema wecken? Was verstehen Neukunden in der Regel gut? Was verschafft ihnen einen Aha-Moment?

Viele dieser Inhalte können auf der Webseite eingesetzt werden. Denn am Ende geht es bei der Firmenwebseite ja darum, dass Menschen Vertrauen fassen und mit ihrem Anliegen auf Dein Unternehmen zugehen.

Alle Maßnahmen, um bei Google besser gefunden zu werden, sollen Maßnahmen sein, die Dein Unternehmen mit den richtigen Menschen, also Deinen Lieblingskunden zusammenbringt. Nichts anderes ist Suchmaschinenoptimierung. Relevante Inhalte für eine interessierte Zielgruppe anzubieten.

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