Website-Ladezeit verbessern

In unserem Artikel über die Ladezeiten von Websites (auch Pagespeed genannt) erfährst Du, was die Besucherinnen und Besucher heute in Bezug auf die Geschwindigkeit erwarten und wie Du herausfinden kannst, wie es um die Performance Deiner eigenen Website bestellt ist. Wir zeigen auf, welche Ursachen es für langsame Webseiten geben kann und welche Maßnahmen die Website-Ladezeit verbessern.

Hier schreibt:

Tobias Promitzer
Tobias Promitzer

SEO Manager

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1. Welche Ladezeiten Besucher erwarten

Die Ladezeiten haben einen großen Anteil am Erfolg oder Misserfolg von Webseiten. Studien haben immer wieder belegt, dass bereits die Verlängerung der Ladezeit um eine Sekunde enorme Auswirkungen haben kann. Es wird davon ausgegangen, dass diese eine Sekunde Verzögerung für ein großes Unternehmen wie Amazon jährlich Einbußen von etwa 1,6 Milliarden Dollar bedeuten würde.

Daran lässt sich gut ablesen, wie wenig der durchschnittliche Nutzer gewillt ist, lange Ladezeiten in Kauf zu nehmen. Ungefähr 40% der Besucher verlassen die Seite schon wieder, wenn das Laden länger als 3 Sekunden dauert.

Schaffst Du es also nicht für akzeptable Ladezeiten zu sorgen, können die anderen getroffenen Optimierungsmaßnahmen allein nicht den gewünschten Erfolg der Seite bringen.

2. Ladezeiten einer Website messen

Um die Ladezeit Deiner Website zu messen, stehen Dir einige kostenfreie Tools zur Verfügung.

Browser wie Google Chrome oder Mozilla Firefox bieten in der Grundversion bereits die Möglichkeit mit den Entwickler-Tools die Ladezeiten zu messen. Durch Drücken der F12 Taste kannst Du diese aktivieren und klickst dann auf den Reiter „Network“. Jetzt ist es wichtig, den Browser Cache zu deaktivieren. Wenn Du die Seite dann neu geladen hast bekommst Du die Messergebnisse.

Im Internet finden sich auch einige hilfreiche Tools, wie zum Beispiel GTmetrix, die Dir bereits deutlich detailliertere Angaben über die Performance Deiner Seite liefern.

Am bekanntesten ist das Google PageSpeed Insights Tool. Diese sehr umfangreiche Diagnose enthält auch eine Bewertung der Seite und liefert meist nützliche Empfehlungen für Optimierungsmöglichkeiten.

Natürlich spielt die Bandbreite der aktuellen Internetverbindung eine entscheidende Rolle für die Geschwindigkeit des Aufbaus einer Website. Eine gute DSL-Verbindung kann auch bei etwas größeren Datenmengen noch für akzeptable Ladezeiten sorgen. Das sieht dann bei einer weniger guten mobilen Verbindung meist ganz anders aus. Darum simuliert Google im PageSpeed Insights Tool zur Messung der Ladezeiten für „Mobile“ ein langsameres 4G Netz. Das führt dann oft zu einer signifikant unterschiedlichen Bewertung der gemessenen Webseite für Mobile und Desktop.

3. Warum ist meine Website so langsam?

Die Gründe, warum eine Website keine gute Performance liefert können vielfältig sein. Hier die gängigsten Fehler, die zu langsamen Ladezeiten führen.

  • Die Bilddateien sind zu groß
  • Ineffizienter, aufgeblähter Website Code
  • Alle Daten werden zur selben Zeit geladen
  • Es wird kein Caching verwendet
  • Der Server ist zu langsam
  • Code von Drittanbietern wird geladen
  • Es sind zu viele Plugins aktiviert
  • Umfangreiche Slider werden verwendet

4. Maßnahmen zur Verbesserung der Website-Ladezeiten

Die perfekte Ladezeitoptimierung kann bei einer großen und komplexen Website eine Mammutaufgabe darstellen. Soll wirklich an allen Stellschrauben gedreht werden, verbraucht das oft eine große Menge an Ressourcen. 100 Punkte beim Google PageSpeed sind kaum zu erreichen und auch meist nicht nötig. Es kann natürlich auch in dieser Hinsicht nur hilfreich sein, seine Mitbewerber zu beobachten und schneller zu sein wie diese.

Zuerst solltest Du Dich deshalb den eigenen Hauptübeltätern stellen und Maßnahmen durchführen, die mit einem kleinen Aufwand eine große Wirkung erzielen. Diese bewirken meist schon eine deutliche Verbesserung der Ladezeiten. Zu diesen Maßnahmen gehören:

4.1. Website-Größe reduzieren

Gemeint ist hier die anfallende Dateigröße in Megabyte. Eine einzelne Seite hat normalerweise zwischen 1 und 2 Megabyte.

Besonders bei Bildern, Grafiken und Logos musst Du darauf achten, diese nicht zu groß einzubinden. Sie stellen meist die größten Dateien der Website dar. In unserem Ratgeberartikel über Bilder und andere Medien auf Webseiten, kannst Du nachlesen wie diese zu optimieren sind.

Der für die Darstellung und Funktion der Website benötige Code (wie HTML, CSS, JavaScript) sollte keinerlei unnötige Anteile beinhalten, in der richtigen Reihenfolge geladen werden und durch serverseitige Komprimierung in der Datenmenge reduziert sein (GZip-Verfahren).

4.2. Lazy Loading einrichten

Durch das Aktivieren von Lazy Loading erreichst Du, dass immer nur die Inhalte geladen werden müssen, die aktuell im sichtbaren Bereich sind. Gerade auf Seiten mit vielen Bildern, bekommt der Besucher so deutlich schneller eine erste Ansicht geliefert. Das Nachladen von Bildern beim Scrollen nach untern wird von Nutzern als deutlich weniger störend empfunden als eine längere Wartezeit beim ersten Seitenaufruf.

Aber Achtung, wir haben auch schon beobachtet, dass Lazy Load bei WordPress zu Darstellungsfehlern führen kann. Deswegen hier nach der Aktivierung besonders genau prüfen, ob auf der Website noch alles aussieht, wie es soll.

4.3. Caching verwenden

Caching kannst Du Dir wie eine Art Ablage oder Zwischenspeicher vorstellen. Sowohl serverseitiges Caching als auch Browser-Caching sollten für Websites heute zum Standard gehören. Die Betonung liegt auf sollte, da viele Websites serverseitiges Caching noch nicht nutzen, oder das Caching zwar aktiviert ist, aber nicht richtig konfiguriert wurde.

Beim serverseitigen Caching werden Texte und Webdesign nicht langsam aus der Datenbank als einzelne Puzzleteile geladen und zusammengesetzt, sondern wie ein vorgeneriertes „fertiges Puzzle“ aus dem Zwischenspeicher geladen. Die Auslieferung dieser gecachten Version kann dann bei einer Anfrage deutlich schneller erfolgen.

Durch das Caching im Browser werden gewisse Elemente, wie etwa ein Logo, direkt beim Nutzer zwischengespeichert. Bewegt sich der Besucher nur weiter auf Deiner Website oder besucht sie später erneut, bauen sich die Seiten schneller auf, da nicht alle Ressourcen komplett neu vom Server geladen werden müssen.

4.4. Hosting und Ladezeiten

Teilen sich zu viele Nutzer den Server Deines Web-Hostings wird sich das schlecht auf die Geschwindigkeit Deiner Website auswirken. Das kann zu grundsätzlich längeren Ladezeiten führen oder auch nur temporäre Engpässe erzeugen. Werden auf demselben Server zum Beispiel Shop-Websites gehostet, die an bestimmten Tagen einen deutlich erhöhten Traffic haben (wie etwa vor dem Valentinstag), kann das je nach Hoster auch Deine Ladezeiten negativ beeinflussen.

Dein Hosting-Tarif muss also über genügend Leistung verfügen und der Server sollte auch im selben Land stehen, aus dem die häufigsten Besucher kommen. Gutes Hosting gibt es übrigens bereits ab 10 Euro pro Monat.

4.5. Unnötige Plugins entfernen

Nutzt Du ein Content Management System wie zum Beispiel WordPress, solltest Du darauf achten nur die unbedingt nötigen Plugins zu verwenden, denn sie alle verbrauchen Ressourcen.

Außerdem erzeugen sie oft unnötigen, aufgeblähten Code und verlangsamen auch dadurch wieder die Website. Du kannst auch testen ob bestimmte Plugins Deine Website verlangsamen, in dem Du sie einzeln deaktivierst und dann erneut die Ladezeiten misst.

4.6. Keine Startseiten-Slider verwenden

Slider wie sie früher oft oben auf der Startseite verwendet wurden solltest Du aus Performance-Gründen vermeiden. Für die Darstellung im Slider müssen meist mehrere große Bilder geladen werden. Dazu kommt noch der für die Funktion benötigte Code. Das wirkt sich ungünstig auf die Ladezeiten aus.

Fazit

Für Google ist Pagespeed auch ein Ranking-Kriterium. Die Wichtigkeit für Google spiegelt sich auch darin wider, dass in der Google Search Console seit einiger Zeit unter dem Menüpunkt „Core Web Vitals“ die Nutzerfreundlichkeit der Website ausgewertet wird, welche auch Ladezeit-Aspekte beinhaltet.

Auf der ersten Seite der organischen (unbezahlten) Suchergebnisse wird man in umkämpfen Märkten mit einer langsamen Seite wohl gar nicht erst ausgespielt, selbst wenn alle anderen Voraussetzungen erfüllt wären. Um mit Deiner Website rundum erfolgreich zu sein, ist es also unbedingt notwendig, dass Du Dich auch dem Thema Ladezeiten widmest.

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