B2B Online Marketing Agentur oder Mitarbeiter?

B2B Online Marketing findet üblicherweise in der Nische statt, sodass die Vermarktung auch ein B2B Spezialist übernehmen sollte. Es gibt verschiedene Vorteile bei der Zusammenarbeit mit einer externen Agentur, einem erfahrenen Freelancer oder einem eigenen Marketing Mitarbeiter. Neben den offensichtlichen Vorteilen kann es allerdings auch versteckte Kosten geben, die Du bei Deiner Wahl berücksichtigen solltest.

Hier schreibt:

Richard Sirch
Richard SirchStrategieberater
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1. Agentur, Freelancer oder eigener Mitarbeiter?

Agentur, Freelancer, eigener Mitarbeiter oder gar eigene Marketingabteilung? Die Liste der Vorteile ist bei jedem Marketing Experten sehr unterschiedlich.

Die Frage ist, wie Du Dir eine gute Zusammenarbeit vorstellst

  • Wenn Du jemand bist, der den persönlichen Kontakt sucht, bist Du beim Mitarbeiter und Freelancer in guten Händen.
  • Wenn Du den Return on Investment suchst, bist Du bei einer Agentur besser aufgehoben.

Marketing Agentur

  • Eine Agentur ist es gewohnt systematisch und strukturiert zu arbeiten
  • Ergebnisorientiertes Arbeiten ist gerade im Online Marketing interessant, im Idealfall mit wenigen Kennzahlen
  • Eine Agentur bietet einfache Kommunikation, da alles aus einer Hand kommt, vom Konzept über die Umsetzung bis hin zur Begleitung
  • Bewährte Strukturen sind vorhanden, wie Backups, Reportings, Qualitätssicherung, Einhaltung von Absprachen und pünktliche Rechnungsstellung
  • Sehr gute Erreichbarkeit und Ausfallsicherheit gibt es durch weitere Ansprechpartner bei Krankheit, Urlaub oder Elternzeit
  • Eine Agentur bietet ein Best Of aus verschiedenen Menschentypen vom Kreativen bis zum Analytiker
  • Der externe Blick bietet Perspektivwechsel, da übergreifende Branchenkenntnisse vorhanden sind
  • Sinnvolle Neuerung und Trends werden ins Unternehmen getragen
  • Eine Agentur ist vom eigenen Ruf und den Referenzen abhängig, was anspornen kann, gute Ergebnisse zu liefern
  • Strategische Konzepte für Zukunftssicherheit gibt es nur bei einer Agentur
  • Es besteht eine gewisse Unabhängigkeit vom Anbieter, da eine Agentur auch gewechselt werden kann, sofern Standard-Technologie wie WordPress verwendet wird und es keine langfristigen Verträge gibt

Marketing Freelancer

  • Ein Freelancer ist meist Fan des eigenen Themas, also SEO, Designer, Texter, Programmierer und daher wahrscheinlich sehr gut darin, was er/sie tut. Dafür kann er/sie alles an anderen Themen eben nicht so besonders gut.
  • Ein Selbstständiger bildet sich aus eigenem Antrieb in seiner Marketingdisziplin ständig fort
  • Die Terminfindung ist sehr flexibel
  • Es herrscht eher eine lockere und kreative Zusammenarbeit
  • Sehr individuelle Lösungen sind möglich
  • Es fallen geringe Kosten an, da kein Büro und Mitarbeiter bezahlt werden müssen
  • Ein freier Mitarbeiter kann ins eigene Unternehmen bestellt werden
  • Ein Freelancer ist von seiner Leistung abhängig, was anspornen kann, gute Ergebnisse zu liefern
  • Ein Spezialist hat meist ein Experten-Netzwerk für andere Disziplinen
  • Es besteht eine große Unabhängigkeit vom Anbieter, da ein Freelancer leicht gewechselt werden kann

Eigener Marketing Mitarbeiter

  • Volle Kontrolle über die Ressourcen
  • Hoheit über die eigenen Daten
  • Schnelle Reaktionszeiten
  • Benötigt wenig Abstimmung, da interne Prozesse irgendwann geläufig sind
  • Einfache Kommunikation mit den eigenen Abteilungen
  • Versteht die eigene Firmenkultur am besten

2. Versteckte Marketingkosten einkalkulieren

Es gibt viele indirekte Marketingausgaben und Verwaltungsaufgaben, die sich auf den ersten Blick verstecken. Letztlich erklärt sich so auch, warum Agenturen einen höheren Preis verlangen müssen, da sie diese Kosten auch haben.

Versteckte Kosten bei eigenen und freien Mitarbeitern

  • Ausfälle durch Urlaub, Krankheit und Elternzeit kann eine Agentur gut abpuffern
  • Bei eigenen Mitarbeitern, muss jemand intern bezahlt werden, der/die regelmäßig kritisch die Marketingmaßnahmen hinterfragt. Nur weil ein Banner handwerklich schön gestaltet ist, bedeutet das schließlich nicht, dass es dadurch mehr Aufträge gibt.

Versteckte Kosten, die es nur bei eigenen Mitarbeitern gibt

  • Teure und zeitaufwendige Events, Kongresse, Messebesuche werden nicht in Frage gestellt, wenn der Mitarbeiter diese lieb gewonnen hat
  • Wettbewerbsnachteile können entstehen durch „Betriebsblindheit“ und „Das haben wir schon immer so gemacht“
  • Regelmäßige Fortbildungskosten können richtig teuer werden
  • Es entsteht möglicherweise Neid, weil der Marketing Mitarbeiter öfter auf Fortbildungen darf
  • Tools und Lizenzen müssen gezahlt werden, auch die sind nicht ohne
  • Arbeitsplatz und IT-Equipment müssen zumindest einmalig gezahlt werden
  • Dein Unternehmen hat weniger Liquidität durch zusätzliche Gehälter
  • Lohnnebenkosten entstehen
  • Die Kündigung von unpassenden Mitarbeitern ist schwierig
  • Bei einem Mitarbeiterwechsel ist das ganze Know-how weg

Versteckte Kosten, die es nur bei freiberuflichen Mitarbeitern gibt

  • Bei freien Berufen muss eine Abgabe an die Künstlersozialkasse gezahlt werden, und zwar pro Auftrag
  • Die typische Aufschieberitis von Freelancern kann zu verschobenen Kampagnen-Terminen und Störung der Arbeitsabläufe bei anderen Mitarbeitern führen
  • Es gibt immer die Gefahr der Scheinselbstständigkeit

Ein hausinternes Marketing kann viel Verwaltungsaufwand und versteckte Kosten nach sich ziehen.

3. Es gibt keinen Internet Spezialisten

Wir müssen immer schmunzeln, wenn wir als Internet Spezialisten weiterempfohlen werden. Gerne kannst Du uns als Internet Spezialisten weiterempfehlen, nur gibt es DEN Internet Spezialisten nicht. Das solltest Du unbedingt bei der Wahl Deiner Agentur, Deines Freelancers oder Mitarbeiters beachten.

Die digitale Welt ist eine spezialisierte Welt. Es gibt Firmen, die sich nur auf E-Commerce für Google Analytics spezialisiert haben. Eine SEO Agentur ist immer besser als ein Webdesigner, der auch SEO und Storytelling anbietet. Dieses „ich mache auch“ ist ein guter Grund sich ein Angebot kritisch anzusehen.

Es gibt eine Ausnahme: Wenn viele Marketingdisziplinen für eine spezielle Zielgruppe umgesetzt werden, ist das in Ordnung, dann kann alles aus einer Hand kommen. Wenn jemand alles für alle macht, solltest Du lieber vorsichtig sein.

Wir sind zum Beispiel spezialisiert auf SEO für B2B Dienstleistungsunternehmen. Früher haben wir erfolgreich T-Shirts und Laufschuhe über das  Internet verkauft. Das ist etwas komplett anderes, das kannst Du glauben. B2B Suchmaschinenoptimierung ist deutlich mehr Strategie als Umsetzung. Wir erarbeiten Dir eine Online Positionierung, die sonst keiner so hat. Das bietet Dir die typische SEO Agentur nicht, ist im B2B Marketing aber notwendig.

4. Ideales Marketing Setup

Je nach Unternehmensgröße kann es Sinn machen Dein ideales Marketing-Setup zu überdenken.

Diese Liste könnte, muss aber nicht für Dein Unternehmen richtig sein:

  • Bis 2 Mitarbeiter sind flexible und preiswerte Freelancer sinnvoll, wenn Dein Geschäftskonzept noch nicht so ganz gefestigt ist.
  • Bis 10 Mitarbeiter ist eine B2B Online Marketing Agentur die beste Wahl, um als externe Marketingabteilung zu fungieren. So bleibst Du Deinem Kerngeschäft treu und kannst alle Deine Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt einsetzen.
  • Bis 20 Mitarbeiter kann es für den Unternehmer eine Entlastung sein, wenn ein eigener Marketing Manager die Agenturen und Freelancer steuert.
  • Ab 20 Mitarbeitern kann es sich dann lohnen eine eigene Marketingabteilung aufzubauen. Diese Online Marketing Abteilung kümmert sich in erster Linie um authentische Kommunikation, und zwar durch Content Marketing. Dieses kleine Team besteht aus einem Projektmanager und Content-Spezialisten, wie einem Online Redakteur oder einem Webdesigner plus zusätzlichen externen Agenturen für die Reichweite durch SEO und Ads.

Fazit: Wer sich als Unternehmer auf sein Kerngeschäft konzentrieren möchte, sollte eine Agentur vorziehen. Eine Agentur liefert in einem monatlichen Reporting einfache Kennzahlen, die auch der Unternehmer ohne großen Zeitaufwand selbst kontrollieren kann. Mit wachsender Größe können Content Marketing Aufgaben intern aufgebaut werden, Reichweite sollte immer extern generiert werden.

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