Absprungrate verbessern

Um die Absprungrate zu verbessern, erklären wir Dir als erstes, was die Google Analytics Bounce Rate genau ist. Außerdem solltest Du wissen, was es mit dem Webseiten Durchschnitt auf sich hat und was typische Gründe für hohe Werte sind.

Wichtige Kennzahlen in der Suchmaschinenoptimierung sollte jeder Unternehmer verstehen. Mit diesem Wissen erhältst Du innerhalb kurzer Zeit eine gute Absprungrate!

Hier schreibt:

Richard Sirch
Richard SirchStrategieberater
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1. Was ist die Analytics Absprungrate (bzw. Bounce Rate)?

Die Absprungrate ist in Google Analytics eine äußerst wichtige Kennzahl. Die „Absprungrate“, in Englisch „Bounce Rate“, bedeutet, dass ein Besucher die Webseite wieder verlässt, also abspringt.

Ich erkläre es Kunden in etwa so: In Analytics sehe ich, dass die Unterseite „/franchiseberatung-fitnessstudios/“ im November eine Absprungrate von 60 Prozent hatte. 6 von 10 Besuchern schauen sich das Angebot also nicht genauer an und schließen den Browser-Tab ohne irgendetwas anzuklicken wieder. (Und sie kommen vermutlich auch nie wieder.)

Google Analytics erklärt es so: Der Prozentsatz der Besuche einer einzigen Seite ohne Interaktion mit der Seite. Eine Sitzung mit Absprung hat eine Dauer von 0 Sekunden.

Im Grunde meinen wir das Gleiche. Der/die Besucher/in mag aus irgendwelchen Gründen nicht, was er/sie sieht und geht wieder.

Gemessen werden dabei ausschließlich Einstiegsseiten, die dann wieder geschlossen werden. Der Verständlichkeit halber ein Beispiel:
Jemand sucht in Google nach „Franchiseberatung Fitnessstudios“ (= Suchbegriff), klickt auf das Suchergebnis (= Klickrate), besucht damit die Webseite (= eine Sitzung auf der Einstiegsseite) und schließt den Browser-Tab aber wieder (= Absprung).
Das wäre eine 100 Prozent Absprungrate.

2. Absprungrate im Webseiten Durchschnitt

Wenn Kunden zu uns kommen, hat deren Webseite typischerweise im Durchschnitt eine Absprungrate von 60 bis 80 Prozent.
Das bedeutet, dass sich im schlechtesten Fall nur zwei von zehn Besucher die Webseite tatsächlich anschauen. Und da wundert es dann eben auch nicht mehr, warum die Webseite kaum Interessenten gewinnt.

Doch die „Absprungrate im Webseiten Durchschnitt“ ist nur eine grobe Einschätzung, denn die Absprungrate wird für Einzelseiten gemessen. Wenn ich also „Franchiseberatung für Fitnessstudios“ verkaufen möchte, schaue ich mir auch mal die Absprungrate für diese einzelne SEO Landingpage „Franchiseberatung für Fitnessstudios“ an.

Um einen schnellen Überblick über die Absprungraten der Webseite zu bekommen, schlüsseln wir im SEO Report die Absprungrate der Startseite versus der Absprungrate der Unterseiten auf.

  • Über die Startseite kommen meist Leute, die Deine Firma bereits kennen. Da ist die Absprungrate typischerweise niedrig.
  • Über Unterseiten kommen meist Leute, die Deine Firma noch nicht kennen. Da ist die Absprungrate typischerweise hoch.

3. Was ist eine gute Absprungrate?

Eine gute Absprungrate liegt bei unter 30 Prozent sowohl für Online Shops, wie auch für Firmenwebseiten. 30 Prozent sind eine Herausforderung, aber erreichbar.

Allerdings gibt es nicht DIE Absprungrate.

Das liegt daran, wie Google Analytics Absprünge zählt.
Besuche ohne Interaktion werden von Google Analytics als Absprung gezählt. Aber nicht jede Webseite misst alle Interaktionen, die meisten Webseiten messen nur den Klick auf eine andere Unterseite als Interaktion.
Wer das Nach-unten-Scrollen oder den Klick auf eine PDF-Datei misst, der hat automatisch eine niedrigere Absprungrate, weil mehr Besucher-Interaktionen erfasst werden, als wenn nur der Klick auf eine andere Seite als Interaktion gemessen wird.

Eine Interaktion ist für Google Analytics:

  • Wenn sich der/die Besucher/in auf der Webseite auf eine weitere Unterseite durchgeklickt
  • Ein Ereignis-Tracking eingerichtet wurde zum Beispiel für die Verwendung von Kontaktformular, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer (standardmäßig wird das nicht von Analytics mitgemessen)
  • Ein Ereignis-Tracking eingerichtet wurde zum Beispiel für das aktive Lesen der Webseite, in Form von Scrollen, Browsergröße verändern, Klicken auf externe Links oder Klicken auf Downloads
  • Eine E-Commerce-Aktion ausgeführt wird, sprich wenn etwas in den Warenkorb gelegt wird (das haben Dienstleister-Webseiten typischerweise nicht)

Wir haben auf Webgeist.de auch eine Absprungrate von unter 30 Prozent.  Wir messen Klicks auf weitere Unterseiten, Klicks auf die Kontaktwege und aktives Lesen. Diese Messungen erfolgen natürlich nur, wenn dem DSGVO-Hinweis zugestimmt wurde.

Bei einer Absprungrate von 30 Prozent haben 30 Prozent unserer Besucher nur eine Seite geöffnet und sie definitiv nicht gelesen, weil eben nicht gescrollt wurde.
Hätten die Besucher gescrollt, wäre eine Interaktion passiert (= scrollen) und es wäre kein Absprung, sondern aktives Lesen.

70 Prozent der Besucher haben hingegen mit der Webseite interagiert.

Wer als Business-to-Business Dienstleistungsunternehmen auf der eigenen Webseite im Schnitt unter 30 Prozent Absprungrate erreicht, hat jedenfalls einen guten Job gemacht.

4. Gründe für eine hohe Absprungrate

Die Gründe für eine hohe Absprungrate sind vielfältig, letztlich dann doch immer gleich und überschneiden sich:

  • Die Webseite wurde von jemand erstellt, der/die das nicht hauptberuflich macht. (Aussage: „Ich kann auch Webdesign.“)
  • Im sichtbaren Bereich (das was man ohne scrollen sieht), ist nicht das, was der Besucher erwartet hat.
  • Der Begriff, den die Leute gesucht haben, steht nicht sofort auf der Webseite.
  • Die Webseite ist ein Kunstwerk, aber nicht benutzerfreundlich (bitte nur anschauen und nicht anfassen, das ist Kunst!).
  • Die Positionierung des Unternehmens ist zu allgemein.
  • Die Positionierung des Unternehmens ist zwar gut, wird aber auf der Webseite nur ungenügend kommuniziert.
  • Die Landingpage ist plump oder manipulativ, anstatt die Firma als Problemlöser zu präsentieren.
  • Die Webseite wurde auf irrelevante Suchbegriffe optimiert, um möglichst viele Besucher zu erreichen, anstatt qualifizierte Besucher zu generieren. Masse statt Klasse.
  • Die Webseite lädt langsam.
  • Die Leute werden mit viel Text erschlagen, wenn sie eigentlich unbürokratische Hilfe möchten.
  • Die Webseite ist ungepflegt, z. B. durch kaputte Bilder.
  • Die Texte haben Rechtschreibfehler.
  • Die Bilder sind lieblos.
  • Der Tracking Code ist falsch eingebunden, das ist aber wirklich ganz selten.

Die Gründe liegen jedenfalls meist beim Unternehmen, das nicht genau weiß, was es im Internet verkaufen möchte. Manchmal ist es auch der/die Webdesigner/in, der/die keine Ahnung von Suchmaschinenoptimierung und Benutzerfreundlichkeit hat. Meistens ist es eine Mischung aus beiden Parteien. Beide Aspekte sind jedenfalls lösbar.

5. Fazit: So erhältst Du eine gute Absprungrate

  • Überlege Dir was Deine wichtigsten kommerziellen Angebote sind und veröffentliche davon eine Teilleistung als eigene Unterseite.
  • Biete nicht „Franchiseberatung“, sondern „Franchiseberatung für Fitnessstudios“ an.
  • Gib Dir Mühe mit dem Webdesign und trete als Problemlöser auf.
  • Zeige Dich als persönlichen Ansprechpartner und nicht als anonyme Firma.
  • Schau monatlich in Analytics, wie sich die Absprungrate entwickelt.

Weiterführende Hilfe

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